Cannabis-Schnelltest soll Kiffer entlarven

Legales Gras ist schwierig von illegalem zu unterscheiden. Nun sollen Schnelltests die Polizeiarbeit erleichtern.

Der Besitz von Cannabis ist legal, wenn der Wert des berauschenden Stoffes THC unter einem Prozent liegt. Seit dem letzten Sommer verkaufen immer mehr Shops in der Schweiz das enstprechende CBD-Gras. Jedoch gestaltet es sich für die Polizei schwierig, diesen legalen Hanf von illegalem Gras zu unterscheiden, da es gleich aussieht und riecht. Dies sei vor Ort nicht möglich, wie Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, dem «Blick» sagt.

Für die Untersuchungen des Stoffes müssen Proben im Labor untersucht werden, was mit viel Zeitaufwand und Kosten bis zu 500 Franken verbunden ist. Erweist sich das Gras im Test als legal, war der Aufwand umsonst. Darum wollen die Behörden nun einen Schnelltest, damit die Kontrollen in vernünftiger Zeit umgesetzt werden können, wie der Präsident des Berner Polizeiverbands, Adrian Wüthrich, fordert.

Schnelltests gibt es noch nicht

Auch die Polizeigewerkschaft hat eine klare Haltung in der Sache: «Eine Legalisierung von Cannabis hat das Volk klar abgelehnt. Aber wir brauchen auch ein Gesetz und die nötigen Instrumente, die umsetzbar sind und funktionieren», sagt Generalsekretär Max Hofmann zum «Blick».

Die geforderten Schnelltests würden in der Schweiz aber noch nicht in dieser Form existieren, sagt Thomas Briellmann, Leiter Forensische Chemie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin des Kantons Basel. «Schnellere Verfahren zur Feststellung des THC-Gehalts können in gewissen Labors bereits durchgeführt werden. Eine Vor-Ort-Lösung ist mir aber noch nicht bekannt.»

Nachfrage steigt

Eine schnellere Kontrolle würde die Polizeiarbeit auf jeden Fall erleichtern. Denn die Nachfrage nach dem legalen Cannabis steigt: Mehrere Kilogramm werden beim Online-Händler Cbdshop.ch pro Woche bereits verkauft, während es früher deutlich weniger gewesen sei. Auch das Unternehmen Swiss Cannabis spricht von steigenden Verkaufszahlen.